USA: Hobby-Drohnen ab jetzt registrierungspflichtig

Drohnenflug, Luftverkehrsgesetz, Aufstiegsgenehmigung, Flugverbotszone,

Während die EU noch um einheitliche Regeln, insb. einen „Drohnen-Führerschein“, ringt und einige, u.a. deutsche Unternehmer, „Drohnen-Abfangjäger“ für Privatleute entwickeln, setzt die zuständige Behörde, die Federal Aviation Administration (FAA) der USA ihre Regierungsvorschriften für Hobby-Drohnen bereits in geltendes Recht um. Auch bei uns sind entsprechende Regelungen geplant. Der Einblick gibt daher einen Ausblick:

Die FAA verfügt ab sofort über eine zentrale Datenbank, bei der sämtliche Eigentümer privater Drohnen registriert werden müssen. Eine Registrierung gilt für einen Zeitraum von drei Jahren. Die Registrierungspflicht obliegt jeder Person, die 13 Jahre oder älter ist. Betroffen sind alle Personen, die sich im Hoheitsgebiet der USA aufhalten. Ein Fotograf oder Kameramann, der seine Drohne für einen Arbeitsauftrag mit in das Land bringt, ist genauso von der Registrierungspflicht betroffen, wie einfache Touristen oder Einheimische.

Alle Hobby-Drohnen, die zwischen 250 g und 25 kg, gemessen beim Start mit Kamera etc., wiegen, unterfallen der Registrierungspflicht und dürfen im Anschluss bis zu einer Höhe von 400 Fuß (ca. 120 Meter) auf Sicht im Freien geflogen werden. Jeder, der die Registrierung erfolgreich abschließt, bekommt eine individuelle Nummer, die er selbst an dem Flugobjekt anbringen muss. Die Nummer muss aber nicht von weitem sichtbar sein. Bei Unfällen kann darüber der Eigentümer abgefragt werden. Der Drohnenbetreiber muss entweder einen Ausdruck des Zertifikats beim Betrieb mit sich führen oder dieses zumindest elektronisch auf Anfrage vorzeigen können. Lokales oder bundesstaatliches Recht kann weitergehende Vorschriften enthalten, die auch zu beachten sind (z.B. Flugverbotszonen für Drohnen).

Eine Missachtung der Registerpflicht kann zivilrechtliche Ansprüche von bis zu $ 27.500,00 und strafrechtliche Sanktionen (Geldstrafe bis zu $ 250.000,00 oder  Gefängnisstrafe von bis zu 3 Jahren) nach sich ziehen.

Die Daten dürfen zwar primär nur von der FAA und den Kooperationsunternehmen eingesehen werden, aber bei einem Unfall müssten die Daten herausgegeben werden. Die Strafverfolgungsbehörden haben ebenfalls Zugriff auf die Datensätze. Schließlich bleibt abzuwarten wie sich die regulatorischen Vorschriften auf zivilrechtliche Streitigkeiten auswirken. In Kentucky schoss z.B. ein Grundstückseigentümer eine Drohne ab, die über seinem Grundstück flog. Nachdem das strafrechtliche Verfahren eingestellt wurde, verlangt nun der Drohneneigentümer Schadensersatz für den Verlust seiner Drohne.


Quelle: MMR-Aktuell