Team Origen: 10.000 Euro Strafe wegen Verstoß gegen Arbeitnehmerschutzvorschriften

League of Legends ist für einige Superlative bekannt. Höchste Preisgelder, meiste Spieler… und nun die ersten hohen Strafen für ein deutsches Team als Teilnehmer der Turnierserie.

Team Origen muss Strafe zahlen

Team Origen hat gemäß einer Meldung der League of Legends Championship Series (LCS) eine Vertragsstrafe in Höhe von 10.000 Euro verwirkt, da sie gegen arbeitsrechtliche Vorschriften verstoßen haben sollen. So begründet Riot Games die Strafforderung mit Verstößen gegen Steuer- und Sozialversicherungsvorschriften bezüglich der Arbeitsverträge des Cheftrainers und der Ersatzspieler. Zudem wurde keine den Teilnahmebedingungen entsprechende Vergütungsstruktur dargelegt. Zwar sollen die Probleme mittlerweile behoben worden sein, die Strafzahlung wird jedoch trotzdem fällig.

Spielerverträge sollten den gesetzlichen Vorschriften entsprechen

Die LCS berichtete, dass aufgrund von Ermittlungen bekannt wurde, dass Origen keine den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Spielerverträge mit den Teammitgliedern vorweisen konnte. Dies stelle einen Verstoß gegen die Teilahmebedingungen dar (Team Participation Agreement). Gemäß den EU LCS Bedingungen müssen alle teilnehmenden Teams die Mindestanforderungen der eigenen Rechtsordnung berücksichtigen. LCS Ermittler sind autorisiert, die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen zu kontrollieren. Hier wurden bei Team Origen Missstände aufgedeckt, auch bei den korrekten Verträgen. Unter anderem sollen die Sozialabgaben nicht ordentlich abgeführt worden sein.
Insgesamt standen in neun Fällen Zahlungsverfehlungen und in drei Fällen rechtswidrigen Arbeitsverträge im Raum. Die Vorwürfe wurden von Origen ein- und auch zeitnah ausgeräumt. Trotz der schnellen Abhilfe wird die Strafzahlung wegen des vorherigen Verstoßes von der Organisation abverlangt, da gegen Arbeitgeberpflichten verstoßen wurde und Riot dies nicht als Kavaliersdelikt unter den Tisch kehren kann und will.
Die korrekte Abführung der Sozialabgaben soll weiterhin überprüft werden, um künftige Verstöße auszuschließen. Man hofft hier wohl auch auf den Abschreckungseffekt.

Spielerverträge im eSport – häufig katastrophal

Was Riot in seinen Statuten verankerte und zu Teilnahmebedingungen macht, ist leider nicht überall gängige Praxis: Die Beachtung von gesetzlichen Mindestanforderungen bezüglich der Spielerverträge. Selten werden Mindestlohnvorschriften beachtet oder Sozialabgaben gezahlt. Organisatoren und Unternehmer nutzen häufig die Unerfahrenheit oder schlicht die Angst der Spieler aus, dass „ein anderer“ den Platz einnehmen könnte. Insbesondere im Amateurbereich finden sich selten anständige Vertragsbedingungen, die einer gerichtlichen Überprüfung standhalten können. Hier ist nicht nur bei den Unternehmern dringender Handlungsbedarf gegeben. Auch die Spieler sollten sich bewusst machen, dass sie Rechte und auch gesetzliche Pflichten haben, wenn sie im Auftrag für andere ihrem „Sport“ nachgehen.

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Michael Scheyhing, 18.04.2017
Quelle: eu.lolesports.com