Sicherheit und Jugendschutz – Gamescom 2017

Spielerecht @gamescom

Sicherheitsvorkehrungen auf der Gamescom

Terroranschläge wie in Manchester und Barcelona erschütterten in diesem Jahr ganz Europa. Große Menschenansammlungen, wie Festivals und Messen gelten nach allgemeinen Vorstellungen als besonders gefährdet im Hinblick auf potentielle Anschläge. So verwundert es nicht, dass die Veranstalter der Gamescom auch in diesem Jahr (22. – 26.08.) die Sicherheitsvorkehrungen hoch halten wollen, um zumindest selbst keinen Vorwürfen ausgesetzt zu sein. Denn, dass die oft hoch gepriesenen aber in der Realität laxen Sicherheitsvorkehrungen (Videoüberwachung, Taschenkontrollen, etc) gerade nicht vor Anschlägen schützen, sieht man immer wieder.

Insbesondere aus Erfahrungswerten des letzten Jahres lässt sich sagen, dass sich die angekündigten “umfassenden Taschenkontrollen an den Eingängen” eher in einem kurzen “Täschlein auf, Blick hinein, Täschlein zu” erschöpften. Diese Kontrollen finden dafür – auch wenn man nur für ein kurzes Telefonat in den Außenbereich geht und den Blickwinkel des “Wachmanns” nicht verlässt, stetig statt. Regeln sind nunmal Regeln – irgendwie zumindest. Besucher werden trotzdem oder gerade wegen der lückenhaften Kontrolle gebeten, Taschen und Rucksäcke, die nicht zwingend benötigt werden, zu Hause zu lassen. Wasser erhält der Besucher vom Sponsor der Gamescom. Ein Gepäckstück scheint daher nur notwendig, um Merchandise zu sammeln, sofern man keine der vielen überdimensionierten Big-Taschen abgreifen kann.

Es ist auch in diesem Jahr mit erhöhten Wartezeiten an den Eingängen zu rechnen. Dies gilt sowohl für Privat- als auch für Fachbesucher. Das Sicherheitspersonal steht ab 7 Uhr an den Eingängen der Gamescom bereit.

Besucherführung zur Gamescom birgt enorme Sicherheitsrisiken

Besucherstrom wird durch Bauzäune gefährdet

Leider ist, wie Gameswirtschafts Petra Fröhlich noch vor Beginn der Messe berichtete, der Zustrom zur Köln-Messe durch viele Bauzäune entlang der Baumaßnahmen an dem Gelände geregelt worden, die bei einem Stau wenig bis keine Ausweich- oder Rückzugsmöglichkeiten lassen. Da hier ein enormes Gefahrenpotential geschaffen wurde, bitten wir die Besucher, auch den Eingang Nord (der über Straßenbahn und Bus erreichbar ist) zu nutzen, bei welchem diese Risikofaktoren nicht bestehen.

Lockerung für Cosplayer

Die Veranstalter haben sich die Kritik der Besucher des letzten Jahres zu Herzen genommen und die Bedingungen für Cosplayer ein wenig gelockert. Waren im letzten Jahr noch sämtliche Waffennachbildungen verboten, sind Waffen aus Weichmaterialien wie Gummi, Schaumstoff und Pappe in diesem Jahr wieder erlaubt. Eine vollständige Auflistung der Regelungen für Cosplayer findet ihr unter diesem Link (!)

Jugendschutz falsch vermittelt

Dass der Jugendschutz im Internet und der Gaming-Branche häufig falsch verstanden wird, ist kein Geheimnis. Wir werden hierzu die Tage auch über ein OVG-Urteil zur Notwendigkeit der Bestellung eines Jugendschutzbeauftragten auch für kleine Websites berichten.

Die Betreiber der Gamescom geben auch in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit der USK vor, den Jugendschutz besonders zu achten und zu respektieren. Ob das beinhaltet, dass die verpflichtende Bändchenkennzeichnung (rot, blau, grün – entsprechend der USK-Stempel) der Besucher auch den Zutritt zu den verschiedenen Hallen, in welchen sich ausschließlich USK 16+ Titel befinden reglementiert, ist kaum vorstellbar. Nimmt man den Jugendschutz tatsächlich ernst, so hat man auch die Werbung hierfür entsprechend zu gestalten. Dies ging zumindest im letzten Jahr schief.

Auf den Seiten der Köln-Messe wird zudem behauptet, dass

 das Zuhause geltende Elternprivileg [ ] nicht in der Öffentlichkeit [gelte],

was natürlich Blödsinn ist und die pauschale Beschränkung auf Bändchenregelung rechtfertigen sowie Diskussionen vermeiden soll.

Viel Spaß auf der weltgrößten Spielemesse!

Solltet ihr die “strengen” Sicherheitsvorkehrungen überstanden haben, wünschen wir euch viel Spaß auf der Messe!

Wir melden uns die Tage wieder mit einem Bericht vom Gamescom-Kongress, an dem unser neuer Mitarbeiter Lukas teilnimmt und euch die aktuellen rechtlichen Entwicklungen im Spiele- und insbesondere auch E-Sport-Sektor näherbringen wird.Logo Gameslaw TM


Michael Scheyhing / Herbert Mette, 23.08.2017