Rezension: Härting – Datenschutz-Grundverordnung (2016)

DSGVO Gameslaw Spielerecht Rezension

Datenschutzrecht neu geordnet

Das Datenschutzrecht erfährt derzeit einige Neuerungen. Neben Themen wie dem EU-USA Privacy Shield, ist vor allem die Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO), welche im Mai diesen Jahres in Kraft trat, von herausragender Relevanz für jeden Praktiker, der mit der Matierie umgehen muss. Kaum war die DSGVO eingetütet und veröffentlicht, legte Prof. Niko Härting dem Rechtsanwender das vorliegende Werk anheim. Auf 212 Seiten zeigt der Autor die wichtigsten Fragestellungen auf, die mit den neuen – ab dem 25.05. 2018 verpflichtenden – Regelungen im Datenschutzrecht einhergehen. Härting nutzt dabei ein Frage-Antwort-System, das die seiner Meinung nach 121 besprechungsnotwendigsten Probleme bzw. Themen im Bereich der kommenden Anpassung der Datenschutzregelungen behandelt. Das Werk ist für 39,00 Euro beim Verlag Otto-Schmidt erhältlich. Online-Mehrwertdienste werden nicht angeboten.

Inhalt und Darstellung

Der Fließtext umfasst 198 Seiten, das Werk ist in 4 Teile gegliedert: Compliance, Grundlagenänderungen des Datenschutzrechts, Cloud Computing und Big Data sowie Betroffenenrechte, Datenschutzaufsicht und Selbsregulierung. Beginnend mit den Grundsätzen der Compliance befasst sich Härting mit dem Datenschutzrecht in seinen maßgeblichen Grundzügen. Es wird eine (betrieblich) relevante Frage aufgeworfen, die aktuell geltenden Regelungen aufgezeigt und dann das geltende Recht den Änderungen durch die DSGVO gegenüber gestellt. Abschließend erhält man einen kleinen Merksatz, der das zuvor Besprochene noch einmal kurz zusammenfasst. Diese Art der Darstellung zieht sich durch das gesamte Werk und ist für das vorgestellte Thema durchaus passend.

Härting schafft es – ganz dem selbstgesetzten Anspruch – die Änderungen im Datenschutzrecht durch die DSGVO anschaulich und prägnant darzustellen. Der Autor bedient sich einer angenehmen Sprache die geeignet ist juristische Laien anzusprechen. Das Werk bietet einen wunderbar einfachen Einstieg in die Datenschutzmaterie und wie sie in den kommenden Jahren auszugestalten sein wird.

Härting - DSGVO Spielerecht

Härting – DSGVO

Eine großartige inhaltliche Auseinandersetzung mit der DSGVO, der Härting offensichtlich kritisch gegenüber steht („Fürwahr: Man hätte sich ein gänzlich anderes europäisches Datenschutzrecht gewünscht.“), darf und soll man bei dem Werk nicht erwarten. Es geht hier einzig um die Darstellung aktueller Regelungen und die Gegenüberstellung der entsprechenden Regelungen der DSGVO, um sich, seinen Betrieb oder seine zukünftige Planung in Bezug auf Mitarbeiterschulung etc. auf diese einstellen zu können. Diesem Anspruch wird das Werk auch gerecht. In klaren und ansprechenden Formulierungen wird der Leser an die DSGVO herangeführt und kann durch die thematische Anordnung auch Wissenslücken im Bezug auf aktuelle Regelungen sehr schnell ausfüllen. Auf weitschweifende Ausführungen wird verzichtet, die Darstellung erschöpft sich darin, auf einfache Fragen, einfache Antworten zu liefern. Das Frage-Antwort-System ist eingängig und wird sicherlich auch vom Studenten der Rechte für einen Einstieg in das Datenschutzrecht lieber gelesen werden als ein umfangreiches Lehrbuch. Die Zusammenfassungen tragen ein Weiteres zum Lerneffekt bei.

Fazit

Insgesamt ist Härtings DSGVO empfehlenswert für alle, die sich in beruflicher Hinsicht oder auch nur aus reinem Interesse mit der DSGVO auseinandersetzen wollen oder müssen. Wer wissenschaftlich vertiefte Auseinandersetzungen mit dem Regelwerk und seinen Erwägungsgründen sucht, wird auf eine andere Veröffentlichung zurückgreifen (warten) müssen. Wie dem Rezensenten bekannt wurde, ist die Erstauflage inzwischen auch schon vergriffen, was dem Autor hoffentlich für Nachfolgeprojekte ein Anreiz sein wird. Stil und Inhalt überzeugen, davon wünscht man sich dann auch einmal mehr.


Rezension:
Härting, Niko
Datenschutz-Grundverordnung
Otto-Schmidt-Verlag, 2016
Gebundene Ausgabe, 212 Seiten, 39,00 Euro
ISBN 978-3-504-42059-8
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Michael Scheyhing, 03.09.2016