Publisher von Fantasy-Sportliga verklagt

Fantasy Football League sueing publishers

Konami, EA, Zynga, Activision, Take-Two uA wurden wegen Patentrechtsverletzungen verklagt.

Konkret geht es hier um Fantasy-Sportliga Patente. Erfunden wurde Fantasysport irgendwann in den 1990er Jahren. Heute sichern die Patentrechtsinhaber damit ein Milliardengeschäft. Da ist es doch gut, wenn man noch zusätzlich den einen oder anderen Dollar aus weiteren erfolgreichen Unternehmen herausziehen kann.

Fantasysport ist in den USA beliebt

Photo: theguardian.com

Für diejenigen, denen Fantasy-Sport nichts sagt: In den USA sind solch erfundene Sportligen sehr beliebt. Jemand denkt sich innerhalb seiner erdachten Liga Mannschaften aus und lässt diese daraufhin in seiner Phantasie gegeneinander spielen. So zumindest in den Anfängen. Der Spielmacher dachte sich starke und schwache Spieler einer American-Footballmannschaft aus und ließ diese dann je nach deren persönlicher (ausgedachter) Qualifikation Spielzüge ausführen. Auf die Ergebnisse, die damals mittels Stift, Papier und Taschenrechner kalkuliert wurden und heute mit komplexen Algorhytmen und hochdotierten Preisgeldern einhergehen, wird gewettet. Kann man toll finden, so wie alles irgendwie toll gefunden wird, bei dem man viel Geld verlieren kann.

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Fantasy Football „live“, Photo: Simon Veness @theguardian.com

Jetzt hat ein Unternehmen namens Virtual Gaming Technologies, LLC aus Austin, Texas, USA gegen die obigen Firmen Klagen erhoben. Sie sollen sämtlichst ähnliche Verletzungen der patentierten Schutzrechte der Virtual Gaming Tech begangen haben. Die Klagen basieren nach Angaben von GamesIndustry.biz auf der Verletzung mehrerer Patente, die die Darstellung interaktiver Spiele und Spielshows, die auf Echtzeitereignissen basieren, umfasst. So sollen die Spiele Madden NFL, FIFA, NHL, Pro Evolution Soccer, NBA 2K, WWE 2k, NFL Showdown und NASCAR The Game: Inside Line (alle in der 2015er Version) die entsprechenden Patente verletzt haben. Konkret geht es wohl um so einzigartige Dinge wie Spielerhandel und Updates und das Zeigen interaktiver Spiele in Echtzeit.

Klagendes Unternehmen wurde erst kürzlich gegründet

Die fraglichen Patente seien der noch nicht lange am Markt existenten Virtual Gaming Tech erst Ende Oktober 2015 zugesprochen worden. Seitdem habe sie mit DraftKings, FanDuel und DraftDay Gaming Group drei weitere Unternehmen verklagt. Inzwischen sollen 16 Klagen vor US-Gerichten rechtshängig sein.

Fraglich ist, wieso sich die Publisher die Rechte an den entsprechenden Patenten nicht selbst sicherten. In den USA galt bis vor einigen Jahren noch das sogenannte „first-to-invent“-Prinzip, welches demjenigen Patentschutz zuspricht, welcher die fragliche technische Neuerung zuerst erfand. Für Patente die nach dem 16. März 2013 eingereicht wurden gilt nun das auch in Europa gängige „first-to-file“-Prinzip, das demjenigen Schutz bietet, der die Patentschrift zuerst einreicht.


Artikel von:
Michael Scheyhing
Quelle: GamesIndustry.biz