Nintendo und Microsoft schließen sich IARC an

IARC Jugendschutzsystem

Die beiden Spielehersteller Nintendo und Microsoft haben sich dem System der International Age Rating Coalition (IARC) angeschlossen.

Nach Google mit dem PlayStore und Mozilla mit Firefox Marketplace sind nun weitere Größen der Spieleindustrie mit dem neu geschaffenen globalen Alterseinstufungssystem verbunden. Sämtliche Apps und Spiele des Windows Stores und Nintendo eShops werden die Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) erhalten.

Zukünftig wird die Aufnahme oder die Aktualisierung aller Apps in den entsprechenden Stores von den Vertreibern nur noch ermöglicht, wenn das IARC-System durchlaufen wurde und so eine den deutschen Jugendschutzkriterien entsprechende Alterseinstufung vergeben wurde. Eltern wird zudem die Möglichkeit gegeben auf allen angeschlossenen Plattformen durch Jugendschutzeinstellungen Altersbeschränkungen für ihre Kinder einzurichten.

Sony teilte bereits mit, dass sich auch das Playstation Network dem neuen System anschließen wird.

Fraglich ist, ob die angeschlossenen Vertriebsplattformen auch für regionale Beschränkungen sorgen werden, so dass die geographischen Jugendschutzmechanismen überhaupt eingehalten werden können. Derzeit ist es in vielen Stores problemlos möglich, durch Veränderungen an den Regionseinstellungen in einem ausländischen Store einzukaufen und so den eigenen Jugendschutz zu umgehen.

Was ist IARC?

Im Jahr 2013 wurde die IARC gegründet. Es handelt sich dabei um eine globale Vernetzung von für den Jugendschutz zuständiger Stellen, die sich hierbei erstmals auf gemeinsame Standards einigen konnten.

Alterskennzeichen unterschiedlicher Regionen

Verschiedene Alterskennzeichnungssysteme

Das IARC stellt somit eine Harmonisierung im Videospielerecht dar. Für Entwickler ist die Nutzung auf den angeschlossenen und lizenzierten Vertriebsplattformen kostenlos. Hierzu steht ab sofort ein einheitlicher Fragebogen bereit, der nach dem Ausfüllen bewertet wird. Hiernach erhält die bewertete Software ein Alterskennzeichen und Inhaltsdeskriptoren für die verschiedenen Territorien. Diese werden von der Vertriebsplattform für die jeweilige Region (möglicherweise auch unterschiedlich) eingestuft. Das System folgt der im Spielerecht etablierten regulierten Selbstregulierung der angeschlossenen Staaten. Da die angeschlossenen Staaten unterschiedliche gesetzliche Jugendschutzbestimmungen haben, kann keine einheitliche, globale Einstufung erfolgen. So können im US-Marketplace durchaus Spiele verkauft werden, die in Deutschland auf dem Index für jugendgefährdende Medien stehen. In Deutschland ist die USK für die Richtigkeit der IARC-Kennzeichnung verantwortlich und kann bei Bedarf Korrekturen vornehmen. Das Ziel von IARC ist es insbesondere Eltern die Information über die bewährten und glaubwürdigen Einstufungen zu bieten und somit eine realistische Vorstellung von den möglicherweise gefährdenden Inhalten, die ihre Kinder nutzen und konsumieren, zu ermöglichen.

Das IARC-System umfasst die Alterskennzeichen der USK (Deutschland), PEGI (Europa), ESRB (Nordamerika), Classification Board (Australien) und ClassInd (Brasilien). Institutionen weiterer Länder planen, sich dem System ebenfalls anzuschließen. Für Regionen ohne eigene Organisation werden zudem generische IARC-Ratings vergeben.


 

Quelle: https://www.globalratings.com/
Beitrag von:
Michael Scheyhing