Markenstreit: Adidas gegen E-League (Turner Sports Inc.)


Drum prüfe wer sich ewig bindet – das Sprichwort gilt nicht nur für die Ehe oder andere Dauer[schuld]verhältnisse, sondern insbesondere auch bei Marken und weiteren Unternehmenskennzeichen.

Die Marke soll das Aushängeschild eines Unternehmens sein und die Produkte von den anderen am Markt erhältlichen erkennbar abheben. Nicht selten kommt es daher vor, dass gerade eine bekannte Marke kopiert bzw. nachgeahmt wird, um von der sogenannten Sogwirkung zu profitieren.

Ausnutzen der Sogwirkung einer Marke als Widerspruchsgrund

Diesen Vorwurf macht jetzt auch Adidas dem Unternehmen, welches die „E-League“ betreibt, Turner Sports Inc. Gegen die Markeneintragung des E-Sport-Unternehmens aus Atlanta (USA) wurde seitens Adidas Widerspruch vor dem US-Marken- und Patentamt (USPTO) erhoben. In der knapp 140 Seiten starken Widerspruchsschrift nach §§ 2(d), 2, 43c Trademark Act, lässt das Unternehmen ausführen, dass die drei Streifen ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal von Adidas sind und die gewünschte Marke daher nicht eintragungsfähig sei. Nicht umsonst heißt eine der von der Herzogenauracherin seit den 1950er Jahren  gehaltene Marke „The brand with the 3 Stripes“.

Die von der E-League benutzte Marke mit den Querbalken sei der eigenen Marke zu ähnlich, als dass diese Schutzfähigkeit erlangen dürfte, so die Anwälte. Adidas führt an, dass die Streifen nicht unbedingt senkrecht an Kleidung angebracht sein müssen, auch die waagrechte und diagonale Form wird von eigenen Marken geschützt. Bemerkenswert ist, dass man sich während der Aufzählung der mannigfaltigen Sponsoring Aktivitäten neben dem FIFA Interactive World Cup (EA) auch auf E-Sport-Veranstaltungssponsoring beruft, was so bislang nur in kleinem Kreis bekannt gewesen sein dürfte.

Widerspruch erfolgreich?

Allerdings ist keine der Marken des deutschen Unternehmens explizit im Bereich von E-Sports angesiedelt. Deshalb hat das Unternehmen einen erhöhten Begründungsaufwand, da die generelle Verbindung der „three stripes“ mit Adidas nachgewiesen werden muss, um ein Ausnutzen der Sogwirkung darlegen zu können. Das Argument, Turner würde identische oder nahezu identische Waren anbieten, dürfte fehlgehen, da selbst, wenn „virtual clothes“ von der neuen Marke geschützt sein sollen, Adidas solche Warenklassen gerade nicht hält, sondern ausschließlich (reale) Sportbekleidung. Ob eine Quasidentität vorliegen kann, wird wohl entweder das USPTO oder ein noch anzurufendes US-Gericht zu klären haben.

 

 


Michael Scheyhing, 18.10.2017