Live-Streaming: Gerade noch Telemedium oder schon Rundfunk?


Nach dem die höchst prominenten Fälle der Einstufung von Live-Streaming Angeboten von PietSmiet und Gronkh durch die Medien geisterten war die Entrüstung unter den einschlägigen Medien und Nutzern groß. Würde doch jeder Streamer plötzlich x-tausend Euro in die gierigen Hände der Landesmedienanstalten (LMA) werfen müssen.

Streamer als Rundfunkanbieter

Inzwischen hat sich die Aufregung wieder etwas gelegt. Gronkh als Ritter in schillernder Rüstung, der sich vor die Streamer-Gemeinde warf und Anwaltskanzleien mit der Verteidigung seines Angebots als einstufbares Telemedium (und dadurch Freiheit von einer rundfunkrechtlichen Erlaubnis) beauftragte, ist inzwischen stolzer Besitzer einer entsprechenden Lizenz. Sein Kampf hat sich erledigt – durch einfaches akzeptieren der Regeln.

Einstufung oft unklar – Guter Rat kostet

Dass die Lizenz selbst schon für einen kleinen 4-stelligen Betrag erhältlich ist und in Härtefällen auch von den LMA von diesem Betrag noch stark nach unten abgewichen werden kann, wurde hingegen kaum bekannt, bzw. bewusst nicht so “laut” erzählt.

Für Streamer, die sich ihrer Tätigkeit nicht bewusst sind und den Gang zu einem Rechtsberater ob der vermeintlich hohen Kosten scheuen haben die Medienanstalten jetzt einen Guide herausgegeben. Auf zwei Seiten wird farbenfroh dargestellt, wann eine Lizenz nötig wird.

Wem auch dieses Blatt nicht weiterhilft, der kann sich von den Medienanstalten darüber hinaus kostenlos beraten lassen. Die Beratung ersetzt natürlich nicht die Beantragung einer Lizenz im Fall der Erfüllung der Kriterien.


25.04.2018 Michael Scheyhing