Heiliger Abend für Gears of War Fans


Das Jugendschutzrecht in Deutschland war seit jeher höchst umstritten. Während die Spieler häufig die Methoden der USK und BPjM als „Zensur“ empfanden, ging der Jugendmedienschutz einschlägigen Politikern häufig nicht weit genug (Stichworte: Zensursula, Killerspiele etc). Allerdings ist eine Indizierung, obwohl landläufig anderweitig bekannt, kein Verbot des Verkaufs eines Spiels. Sämtliche indizierte Medien (mit Ausnahme solcher, die von einem deutschen Gericht als „beschlagnahmt“ eingestuft wurden) sind weiterhin erwachsenen Käufern zugänglich. Es besteht lediglich ein Verbot, es Kindern oder Jugendlichen zugänglich zu machen. Allerdings: auch diese Vorschrift kennt sogar noch Ausnahmen.

Relativierung des Jugendmedienschutzes der letzten Jahre

Etwa sein 2010 lässt sich beobachten, dass die Jugendentscheide der BPjM seltener eine Indizierung verfügen. Ob dies lediglich an den Mitgliedern der jeweiligen Prüfgremien und deren persönlicher Einstellung zu dem, was jugendgefährdend ist oder sein kann liegt, oder am allgemein etwas gewandelten Gesellschaftsbild, Titel wie Mortal Kombat X(L) wären und wurden in der ersten Dekade dieses Jahrtausends regelmäßig indiziert, ja sogar über Listenteil B einer Strafverfolgung zugänglich gemacht. Solche Vorgänge sind heute nahezu undenkbar geworden. Mit Ausnahme diverser Zombietitel und einem Spiel über einen irren Massenmörder, der die Tode seiner Opfer regelrecht zelebrierte, findet sich in den letzten Jahren nur extrem selten eine „Aufnahme in Listenteil … „.

Mortal Kombat X – der Anfang vom Ende der Liste?

Spätestens seit der Nichtindizierung des Titels Mortal Kombat X muss sich die BPjM an relativ neuen Maßstäben messen lassen. So dürfte die Argumentation: „Fantasiewelt“, „Fantasiegegner“ mittlerweile häufig wohl bereits ausreichen um eine USK-Freigabe anstreben zu können. Wo in den 80ern noch unblutige Flugzeughindernisläufe (River Raid), Titel wie Doom und ähnliche Pixelspiele als kriegs- oder gewaltverherrlichend, auf die Liste verbannt wurden, ist es heute eigentlich nur noch mit massivsten Zombie- oder Menschenmassakern möglich eine erfolgreiche Listenaufnahme zu erreichen.

Gears of War Remastered?

Erst kürzlich berichteten wir über die Listenstreichung von Gears of War. Gears of War 2, indiziert im Jahre 2008 wurde erst gar nicht in Deutschland veröffentlicht, weil der damalig erste Teil der Serie auch bereits auf der Liste für jugendgefährdende Medien aufgenommen und daher – wie von Publishern häufig angenommen – sich der Antrag auf Einstufung nach § 14 JuSchG bei der USK wohl nicht lohnte. Dies bestätigte die BPjM auch kurze Zeit später mit der Aufnahme in die Liste. Der entsprechende Wikipedia Artikel, der behauptet, eine erneute Prüfung könne erst 2018 erfolgen, mag wohl von einem nicht ganz so Fachkundigen geschrieben worden sein. Generell sollte man zu Aussagen über den Jugendschutz eher eine zweiten Meinung einholen, bevor man potentielle „Fake-News“ als Wahrheit aufgreift. So konnte der Autor des Artikels auf einer Website lesen, dass Gears of War 2 nach der offiziellen USK-Einstufung „nun – zumindest für Erwachsene – ebenfalls für unbedenklich erklärt [wurde]“. Dass eine Indizierung für Erwachsene eben gerade keine Auswirkung hat, wurde bereits oben dargelegt.

Die Neueinstufung geschah zwar bereits am 09.12.2016, allerdings ist uns dieses Schmankerkl erst heute durch die Finger geflutscht. Es ist davon auszugehen, dass die Listenstreichung mit den Veröffentlichungen der BPjM Ende Dezember veröffentlicht wird. Dass hier bereits die USK-Neuprüfung vor der offiziellen Listenstreichung erfolgte, mag einem dringenden Bedürfnis nach einer potentiellen „Remastered“-Version geschuldet sein oder einfach der Möglichkeit, das selbe „Gears of War Ultimate Bundle“ wie in anderen Ländern restriktionslos bewerben zu dürfen. Wir freuen uns jedenfalls auf eine entsprechende Neuveröffentlichung, so diese denn angeplant ist und zocken bis dahin fröhlich den vierten Teil der Serie.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch an alle unsere Leser!

Wir sagen Danke, für euer stetes Interesse an unserem Blog und unseren Beiträgen und auch für das ein- oder andere Lob und so manche Kritik, die wir erhielten. Für selbige sind wir stets zugänglich und freuen uns, wenn sich ein Vorschlag umsetzen lässt. Wir machen diesen Blog ja schließlich für unsere Leser!

Wir wünschen all unseren Lesern und natürlich auch Mandanten ein fröhliches Fest und einen gesunden Wechsel ins neue Jahr.

Logo Gameslaw TM


Michael Scheyhing, 24.12.2016