eSports Regulierung in Frankreich

Gamescom 2014 Spielerecht

Frankreich erprobt derzeit weiter die Novellierung des Spielerechts. Sollten bei einer erst vor Kurzem gestarteten Kampagne sogenannte „sexistische Spiele“ von der privilegierten Besteuerung ausgenommen werden, so versucht man sich nun am eSport.

Frankreich übt aktive Demokratie indem es die öffentliche Beteiligung mittels online-Konsultation für das Gesetzesvorhaben der „digitalen Republik“ einbezieht. Hierunter fallen u.a. Open Access-Veröffentlichungen wissenschaftlicher Artikel, größere Daten-Transparenz öffentlicher Einrichtungen, digitales Erbrecht sowie die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität. Themen die in Deutschland vom Gesetzgeber eher stiefmütterlich (wenn nicht gar mittelalterlich) oder gar nicht beachtet werden.

In dem Gesetzesentwurf zum Digitalisierungsgesetz soll nun auch ein Abschnitt für den eSport geschaffen werden. Die Schaffung eines rechtlichen und regulatorischen Status für Wettbewerbe von Videospielen, sei bereits Gegenstand mehrerer Online-Initiativen im Rahmen der Novellierung des Digitalisierungsgesetzes gewesen, heißt es in der Pressemitteilung der französischen Regierung vom 09.02.2016. Im Gegensatz zur deutschen Regierung, ist man sich der wirtschaftlichen Bedeutung von eSport-Veranstaltungen – und des Mediums Videospiel überhaupt – im französischen Parlament wohl bewusster. Ökonomische Fragen seien in diesem Sektor besonders im Hinblick auf das erwartete weitere starke Wachstum in den kommenden Jahren und Großwettbewerbe, wie denen der ESL (Electronic Sports League), von Interesse. Im Fokus stehen Angebote im Zusammenhang mit Dienstleistungen für Videostreaming, Equipment, Sponsoring usw.

Die Anfrage richtet sich an alle Akteure im Bereich der eSport-Wettbewerbe, also Teilnehmer, Veranstalter, Videospieleproduzenten und wer sich sonst noch so berufen fühlt. Wer sich beteiligen möchte und des französischen mächtig ist, ist eingeladen, unter: mission.jeuxvideo@finances.gouv.fr seine Position bzw. Interessen im Hinblick auf potentielle oder bereits reale wirtschaftliche Probleme kund zu tun.

Eine solche Entwicklung in Deutschland wäre wünschenswert, da hier durchaus die Beteiligung der Akteure bei entsprechenden Gesetzesvorhaben viel zu kurz kommen, sofern sie nicht von einer starken Lobby vertreten sind. Im Hinblick auf eSports als Wirtschaftsfaktor mit enormen Wachstumspotential sollte die Politik den Anschluss besser nicht verschlafen.


Quelle: http://www.economie.gouv.fr/
Beitrag von:
Michael Scheyhing, 18.02.2016
Beitragsbild: Jakob Wells [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons