Dota 2 “The International 7”: Visapflicht verhindert Einreise der Spieler in die USA

GamesLaw Visumspflicht

USA-Visum für Esport-Veranstaltungen

Gestern startete „The International 7“, die Weltmeisterschaft des populären Esport-Titels Dota 2. Achtzehn der besten Dota 2-Teams spielen bei dem höchstdotierten Esports-Turnier der Welt um insgesamt 23 Millionen US-Dollar Preisgeld. Zumindest in der Theorie. Denn wie fast jedes Jahr scheitern manche Spieler an einer letzten Hürde, nämlich der Einreise in die USA.

Insbesondere für die Dota 2 Profis stehen Geld, Ruhm und Ehre auf dem Spiel. Aber auch für andere Mitarbeiter, wie etwa Content-Ersteller oder Reporter aus der Szene können sich Probleme ergeben. Denn die Einreise in die USA kann aus mehreren Gründen scheitern. Wichtig ist vor allem das richtige Visum rechtzeitig zu beantragen und die nötigen Dokumente bereitzuhalten. Dies ist jedoch nur der erste Schritt auf dem Weg in die Staaten. Das Visum selbst ist nämlich nur eine Voraussetzung, und nicht etwa die Garantie, für eine Einreisegenehmigung.

Das richtige Visum rechtzeitig beantragen

Generell gilt, dass es von größter Wichtigkeit ist bei der Auswahl des Visums bereits sorgfältig zu überlegen, welche Tätigkeiten man in den USA vornehmen möchte und zu überprüfen ob diese auch von dem gewünschten Visum gedeckt sind. Die entsprechenden Voraussetzungen kann man beim US-Konsulat oder seinem Berater abfragen.

Der unproblematische Fall sind bloße Zuschauer, die von Deutschland aus mit dem sogenannten “Visa Waiver Programm” meist ohne weiteres in die Staaten einreisen können. Esportler werden sich im besten Fall um ein P1-Visum oder ein B1 oder B2-Besuchervisum bewerben. Seit 2013 werden diese eigentlich für reguläre Sportler gedachten Visa auf Bewirken des League of Legends-Entwicklers Riot Games auch Esportlern erteilt.

Andere Mitarbeiter an einem Esport-Event, wie etwa Content-Ersteller, Reporter oder auch Kommentatoren müssen bei der Auswahl des Visums besonders sorgfältig sein, da es hier eine breite Auswahl von Möglichkeiten gibt. Insbesondere bei nicht ganz präzise abzugrenzenden und vielfältigen Tätigkeiten sollte man sich beraten lassen. Es ist Vorsicht geboten! Schon bei diesem Schritt kann die Einreise scheitern.

Außerdem sollte man den Antrag frühzeitig stellen, am besten sobald man seinen Reisetermin kennt. Ein Touristenvisum von Deutschland aus sollte man im Normalfall in weniger als drei Wochen erhalten, speziellere Visa wie das P1 können bis zu sechs Monate dauern, wenn man nicht für über 1.000 US-Dollar eine Vorzugsbehandlung bucht.

Die notwendigen Dokumente einsenden

Jedes Visum setzt das Vorlegen bestimmter Dokumente voraus. Diese sendet man zum amerikanischen Konsulat in Deutschland und erhält nach einer Bearbeitungszeit das Visum. Notwendig ist ein ausgefüllter Formularantrag “DS-160”, ein Foto und ein gültiger Reisepass. Anderes gilt jedoch bei spezielleren Visa-Typen. Für das P1-Visum muss beispielsweise dargelegt werden, dass der Esportler „an internationally recognized level of performance“ erbringen kann, also entweder an großen internationalen Turnieren teilgenommen hat oder seit geraumer Zeit bei einem bekannten Sportverein aktiv ist. Das könnte insbesondere für Newcomer problematisch sein, weshalb diese dann auf das oben genannte Besuchervisum zurückgreifen müssen.

Um die Qualifikation für ein P1-Visum darzulegen muss man einen Vertragsschluss mit einer großen (major) us-amerikanischen Sportliga vorzeigen und weitere Kriterien erfüllen. Etwa Urkunden von internationalen Turnieren, eine Leistungsbescheinigung eines international anerkannten Teams oder ein Empfehlungsschreiben aus der Fachpresse. Auch für die anderen spezielleren Visa-Typen müssen weitere Dokumente vorgelegt werden, die man hier finden kann.

Ablehnung trotz Vorlage aller Dokumente

Die Hürden für eine Einreise scheinen bisher zahlreich, aber nicht unüberwindbar. Wie kommt es also, dass hier immer wieder Spieler scheitern? Dies liegt einerseits an der möglicherweise falschen Antragstellung aber kann auch am zweiten Teil des Einreiseprozesses liegen. Das Erlangen eines Visums ist nur Voraussetzung für eine Einreisegenehmigung. Diese selbst ist jedoch eine separate Einzelfallentscheidung eines us-amerikanischen Beamten.

Hierbei überprüfen die Beamten, ob genug Anhaltspunkte bestehen, dass die Person auch wirklich wieder in das Heimatland zurückkehren möchte. So soll illegaler Immigration vorgebeugt werden. Der Antragsteller muss also glaubhaft darlegen, dass er insbesondere einen wirtschaftlichen Anreiz hat, die USA wieder zu verlassen und zwar in Form von Immobilien oder einem guten regelmäßigen Einkommen in der Heimat. Und all dies zusätzlich zur Vorlage aller bisher genannten Dokumente.

Wenn man nun bedenkt, dass viele Esportler meist noch sehr jung sind und insbesondere kleinere Teams aus Entwicklungsländern keine hohen Gehälter zahlen, wird das alljährliche Bangen um Visa und Einreise verständlicher.

Doch es ist möglich diesem Problem vorzubeugen. Indem sich die Teilnehmer der Veranstaltung rechtzeitig beraten lassen und ein überzeugendes Portfolio an Unterlagen parat halten, können der sicheren Einreise nur noch in seltenen Fällen unliebsame Überraschungen entgegen stehen. Gerade bei riskanten Fällen, also jungen Newcomern, sollte man lieber besonderen Aufwand investieren und kein Risiko eingehen, denn mit Ablehnung der Einreise können die Träume von Reichtum und Ruhm auf der internationalen Bühne vorbei sein.

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Ein Gastbeitrag von Lukas Kissel, 03.08.2017