USK Statistik 2015

USK18, USK16, USK12, USK6, USK0

Mehr als 1 Million Altersbewertungen

wurden von der USK im letzten Jahr vergeben. Den weitaus größten Anteil daran haben die IARC-Verfahren, die zu einer nachträglichen Prüfung etlicher tausend Spiele und Apps diverser Online-Stores führten.

„In den klassischen Prüfverfahren der USK wurden im vergangenen Jahr 1.828 Altersfreigaben auf Grundlage des Jugendschutzgesetzes erteilt. Die Verteilung der Altersfreigaben blieb dabei weitestgehend stabil. Nach wie vor werden in drei von vier Verfahren die Kennzeichen USK 0, USK 6 oder USK 12 vergeben. In 7,2 Prozent und damit etwas weniger Verfahren als noch im Vorjahr (2014: 8,5 %) wurde die Freigabe USK ab 18 Jahren erteilt. Erstmals machten die Freigaben mit USK ab 0 Jahren nicht mehr den größten Anteil aus. Stattdessen resultierte aus 30,5 Prozent der Verfahren das Kennzeichen USK ab 12 Jahren. Wie auch in den Vorjahren liegt der Grund dafür in der zunehmenden Abwanderung von Gelegenheitsspielen (Casual Games) und anderen häufig nicht jugendschutzrelevanten Inhalten zu Smartphones oder Tablets. Innerhalb des IARC-Systems ist es nun jedoch möglich geworden, diese Online-Spiele weiterhin zu kennzeichnen. [..] 2015 verweigerte das Prüfgremium in nur zwei Fällen ein Kennzeichen, da eine Indizierungsrelevanz nicht ausgeschlossen werden konnte“ (PM USK).

Gameslaw Statistik USK 2015

Statistik USK 2015

Jugendschutz ist natürlich auch immer nur so gut, wie er tatsächlich praktiziert wird. Viele Verstöße von großen Onlineredaktionen (z.b. Gamestar) können relativ simpel mit einem age-de-Label umgangen werden. Es handelt sich dabei um ein Label, das von Jugendschutzprogrammen erkannt wird und eine entsprechende Website zur Betrachtung sperrt. Der Haken an der Geschichte: das entsprechende Programm muss vorher vom Empfänger des zu konsumierenden Videos oder sonstigen Inhalts installiert werden. Die Eltern werden also hier in die Pflicht genommen. Sorgen die Eltern nicht für ein entsprechendes Programm auf dem System der Kinder und Jugendlichen (was wohl in den seltensten Fällen, insbesondere bei Jugendlichen, geschehen wird), können die problemlos auf indizierte (und damit jugendgefährdende) Inhalte zugreifen.  Die Nichtindizierung des Titels Mortal Kombat X, der lasche Umgang von Jugendschutz.net und der Kommission für Jugendmedienschutz mit Verstößen gegen den JMStV (ganz zu schweigen von den missglückten, geplanten Änderungen des JMStV) und die immer weitere Anpassung an US-amerikanische Verhältnisse, sollte die Verantwortlichen nicht zwingend zu Jubelrufen veranlassen, da dies eindeutige Hinzeichen dafür sind, dass der Jugendschutz in seinem etablierten System nicht mehr richtig funktioniert. Hierbei ist nicht von Relevanz, dass sich das Gesellschaftsbild und damit natürlich auch die Kriterien, nach denen eine jugendschutzrechtliche Betrachtung eines Mediums stets erfolgen muss, änderte. Es ist vielmehr danach zu fragen, ob die agierenden Gremien ihrem Auftrag anhand der geltenden Gesetzesvorgaben noch gerecht werden können. Dies ist derzeit zumindest zu bezweifeln.


Quelle: Pressemitteilung USK v. 17.02.2016
Anmerkung von: Michael Scheyhing, 19.02.2016